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Was ist Budô?

Budô ist der Oberbegriff für die Kampfkunstmethoden, die den Weg- (Dô-) Aspekt in den Vordergrund stellen. Am Anfang des 17. Jahrhunderts entstand die Verbindung von Budô zur Philosophie des ZEN-Buddhismus.

Die Verbindung mit dem ZEN-Buddhismus veranlasste die Meister ihre Methoden nun nicht mehr gegen Gegner sondern gegen sich selbst zu richten und entwickelten so aus einer Kampfkunst eine neue Lebenskunst. Im Fokus dieser neuen Lebenskunst standen körperliche und geistige Grenzen des einzelnen Individuums ausfindig zu machen und letztlich die Vervollkommnung der jeweiligen Persönlichkeit zu erreichen.

Der Budô-Weg, die Budô-Übung, kann nur in Begleitung eines Meisters/Lehrers stattfinden. Der Meister muss die Schüler lenken, seine Erfahrungen weitergeben. Budô ist nicht nur eine körperliche Übung, sondern auch der Kampf um die rechte Haltung, und nur in Verbindung von technischer Perfektion und geistigem Fortschritt ergibt Budô einen Sinn.

Die rechte Haltung besagt folgendes:

  • Erkenne dich selbst
  • Erfasse Dinge in ihrem Wesen und Kern
  • Übe dich in Einfachheit
  • Verzichte auf Gewalt
  • Lege mehr Wert auf dein Verhalten als auf dein Handeln
  • Lass in der äußeren Handlung deine innere Haltung sichtbar werden

Was ist Budô-Pädagogik?

Die Budô-Pädagogik ist ein noch recht junges Fachgebiet der Pädagogik. Asiatische Kampfkunst, bzw. Elemente daraus werden als (Präventions-) Methoden in Verbindung mit westlicher Pädagogik genutzt, um soziales Lernen und somit die Entwicklung sozialer Kompetenzen zu fördern.

Die Budô-Pädagogik richtet sich primär an spezielle, nicht der "Norm" entsprechende, Zielgruppen. Als besondere Form der Pädagogik bedient sie sich der Elemente aus dem Budô, unter anderem auch um der Arbeit eine Rahmenstruktur und -ordnung zu verleihen. So kann die Budô-Pädagogik durchaus als eine Art von Sonderpädagogik verstanden werden. Gerade Kinder und Jugendliche sind geeignet für die Budô-Pädagogik. Sie empfinden die Budô-Pädagogik (Budô) zunächst als exotisch. Sie zeigen zum einen daran Interesse, auf der anderen Seite wird der Drang nach Bewegung befriedigt.

Die Budô-Pädagogik ermöglicht das Arbeiten in unterschiedlichen Bereichen und Orten:

  • Förderung sozialer Kompetenzen
  • Zivilcourage
  • Gewaltprävention
  • in Schulen
  • in Heimerziehung
  • in der Jugendsozialarbeit
  • in der Behindertenarbeit
  • im Strafvollzug
  • als Personal- (Einzel-) Training
  • als Gruppentraining

Die Budô-Pädagogik soll die individuelle, persönliche Entwicklung des Menschen unterstützen, gleichzeitig aber auch die partnerschaftliche Beziehungsfähigkeit fördern. Im Gegensatz zum "reinen" Budô arbeitet die Budô-Pädagogik ziel- bzw. zielgruppenorientiert. Die Ziele (Aufträge) bestimmen Inhalte und Methoden, um diese zu erreichen. Alles was gelehrt und geübt wird, soll und muss in das alltägliche Leben transferierbar sein.

Genau wie im Budô gibt es auch in der Budô-Pädagogik ein Lehrer-Schüler-Verhältnis, wobei die Kinder und Jugendlichen hier keine Schüler sind, sondern Klienten. Somit hat der Budôpädagoge keine tiefere Beziehung zu seinem Schüler, sondern er wahrt eine professionelle Distanz zum Klienten, auch um den Auftrag und das vorgegebene Ziel nicht zu gefährden.

Es geht um die Vermittlung von Wissen, Werten und Erfahrung.

Wo liegen Grenzen, was sind soziale Werte und wie können diese in den Alltag integriert  werden?

Der Budôpädagoge begleitet die persönliche Entwicklung der Klienten, bildend als auch erzieherisch. Er arbeitet sanktionell, das heisst mit klaren Grenzen und Konsequenzen, bietet gleichzeitig aber auch Verhaltensalternativen an. Kommunikation bildet mit all seinen Facetten den Hauptteil der Arbeit. Erfahrungen mit Stimme, Körpersprache usw. im Umgang mit anderen zu erfahren sind elementare Bestandteile in der Arbeit mit den Klienten. Hier zeigen sich deutlich Stärken und Schwächen der Klientel in sozial-kompetenten-Verhalten und im Vorhandensein jeweiliger Ressourcen.

Die Budô-Pädagogik bietet dem Klienten einen geschützten Rahmen, um Erlerntes in Spielen, Rollenspielen oder allgemein in dem aktiven Ausprobieren zu erleben. Dieser geschützte Rahmen eröffnet die Möglichkeit den Wünschen und Bedürfnissen des Einzelnen oder der Gruppe gerecht zu werden.

Der Budôpädagoge hat während des gesamten (Lern-) Prozesses ein hohes Maß an Verantwortung für den Klienten. Er dient als authentisches Vorbild, auch und vor allem im Vorleben sämtlicher Inhalte, die den Klienten vermittelt werden.

So ist die Budô-Pädagogik gesamt betrachtet eine handlungsorientierte Form der Pädagogik und kann im weitesten Sinne als ein Art von Erlebnispädagogik angesehen werden.

Kosten:

Preise auf Anfrage

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